K, öffnet wieder am 28. September mit Esen Karol, Everyday Kicks, 18:00–21:00 Uhr

Esen Karol, Everyday Kicks

Freitag, 28. September 2018, 18:00–21:00 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg
Freier Eintritt
In englischer Sprache

Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf Fragen des Veröffentlichens, des gesellschaftlichen Engagements und anderer exogener Erkundungen richten, eröffnet K, die Herbstsaison mit der in Ankara geborenen Designerin und Herausgeberin Esen Karol. Mit ihren Büchern und grafischen Systemen prägt sie die Kulturszene Istanbuls seit den 1990er Jahren nachhaltig. Auf der Suche nach dem nächsten Projekt etablierte Karol das unabhängige Verlagsprojekt Manifold. Seit nun zwei Jahren stellt Manifold eine Plattform dar, auf der das unmittelbare Umfeld von Istanbul in Bezug auf Städtebau, Design, Kunst und Politik vor allem im umstrittenen türkischen Kontext ergründet wird. Wir laden Karol nach Berlin ein, um mit ihr zusammen eingehend Einblick in ihr grafisches Archiv zu nehmen und Aufzeichnungen aus fast drei Jahrzehnten Designpraxis neu zu beleben – dabei sollen unerwartete Konstellationen eröffnet und nicht eine autoritative Interpretation vorgegeben werden.

Esen Karol ist eine Grafikdesignerin mit Sitz in Istanbul, die in ihrem Ein-Personen-Studio sowohl an digitalen als auch analogen Projekten arbeitet. Zu ihren KundInnen und PartnerInnen zählen namhafte Kunstinstitutionen und Marken wie Arter, Istanbul Foundation for Culture and Arts, Mavi, SALT und Milli Reasürans Art Gallery sowie die KuratorInnen und KünstlerInnen Aslı Çavuşoğlu, Fatma Bucak, Füsun Onur, Hou Hanru, Leyla Gediz, Mona Hatoum, René Block, Sarkis, Vasıf Kortun und Volkan Aslan. Von 2003 bis 2012 lehrte sie Typografie und Publikationsdesign an der Istanbul Bilgi University. Sie ist Absolventin der Mimar Sinan Fine Arts University in Istanbul und erhielt ihren Master in Kommunikationsdesign vom Pratt Institute, NY, wo sie Fulbright Stipendiatin war. Ihr aktueller Fokus liegt auf Projekten in Zusammenhang mit dem türkischsprachigen Online-Journal Manifold, das sie 2016 gemeinsam mit Bülent Tanju gründete.

Salem Al-[K]assimi, Maryam Al [K]assimi, and Other Guests, Soliciting Queries Or Questions Around An Alternative Graphic Mission

Freitag, 20. Juli 2018, 18:30 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg
Freier Eintritt
In Englisch

Vor dem Start unseres Sommerurlaubs versammelt K, die Gründer der ersten Fikra Graphic Design Biennial, Sharjah (UAE). Die bevorstehende Ausstellung schlägt neben einigen spekulativen Szenarien für die Zukunft spielerisch eine erweiterte Sicht auf die Sparte und ihr mögliches Spektrum vor. Ein mehrtägiger Workshop in Schöneberg strebt danach, die Spezifikationen des Projekts stufenweise zu sondieren. An der Seite der Co-KuratorInnen der Ausstellung, Na Kim, Emily Smith, und K,s sinnendem Suchenden, P. Krishn, wird das emiratische Ensemble keine sokratische Selbstanalyse scheuen, um den Rahmen für das Spektakel im November zu setzen.

Salem Al-[K]assimi ist ein multidisziplinärer Grafikdesigner und Unternehmer. 2006 gründete er Fikra, eine preisgekrönte Design-orientierte Bildungsplattform in Sharjah (UAE), die einen Coworking Space, ein Designstudio, ein Café, eine Galerie und eine Bibliothek umfasst. Er hat an Ausstellungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und auf internationaler Ebene teilgenommen und zahlreiche Artikel, Rezensionen und Essays über arabische Typografie, Kultur und Design veröffentlicht. Al-[K]assimi wurde im Forbes Middle East Magazine als einer der „führenden Jungunternehmer in den Vereinigten Arabischen Emiraten“ vorgestellt. Er war Assistant Professor an der American University of Sharjah (UAE), Hochschule für Architektur, Kunst und Design.

Maryam Al [K]assimi ist eine zweisprachige arabisch-englische Grafikdesignerin mit Sitz in Sharjah (UAE). Ihre Arbeiten werden in Ausstellungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Ausland präsentiert. Sie war Teil des Campus Art Dubai Programms und 2014 Artist in Residence bei A.i.R Dubai, organisiert von Art Dubai, der Delfina Foundation, Tashkeel und Dubai Culture. Sie ist Absolventin der American University of Sharjah (UAE) und Geschäftsführerinvon Fikra.

Die Fikra Graphic Design Biennial befasst sich mit Grafikdesign als Praxis und Diskurs sowie mit dessen sich entwickelnder und erweiternder Rolle in lokalen, regionalen und internationalen Kontexten. Als Plattform für Fachleute und eine breite Öffentlichkeit bietet die Biennale ein Umfeld für die Erkundung innovativer und radikaler Ideen auf diesem Gebiet. Mit Ausstellungen, Workshops und Programmen präsentiert sie das Facettenreichtum der Disziplin und kommuniziert ihre Bedeutung, die unterschiedlichen Medien und die vielfältigen Aufgaben für DesignerInnen in der zeitgenössischen Kultur. Die erste Ausgabe wird im November 2018 in Sharjah (UAE) eröffnet.

Anna Kanna Barham, bumps knot algorithms

Freitag, 6. Juli 2018, 11–17 Uhr: Live-Produktions-Schreibwerkstatt
Bitte kommen Sie tagsüber mit einem kurzen Text zum Vorlesen vorbei.

Ab 18:30 Uhr: Performance und Diskussion
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg
Freier Eintritt

„Braust“ mag wie „browsed“ klingen, aber was für ein Blödsinn die beiden zu vertauschen! K, betrachtet beschwingt den Sommer und bittet Anna Kanna Barham (geboren in Birmingham), Berlin mit einem bahnbrechenden Automaten zu beglücken: einer verkörperten Live-Produktions-Schreibwerkstatt. Bezogen auf barockes Brauchtum und der Begegnung von gesprochenem Wort, Spracherkennungssoftware und gedruckten Buchstaben, bastelt Barhams Kind im Geiste beispiellose Textbausteine, die blaue Flecken von Audio- und visuellen Behandlungen tragen. Begleitet von P. Krishn, K,s kurzzeitigem Konsonantenklauber, befasst sich Barham mit bemerkenswerten Arten von Botschaften, um unsere nächste, belesene Phase zu beginnen.

Anna Kanna Barham ist eine in London lebende Künstlerin, die neben breiter gefassten Themen wie Übersetzung, Autorenschaft und Subjektivität das Wesen und die Fehlerhaftigkeit von Sprache erforscht. Zu ihren letzten Aufträgen gehören das Playground Festival, Museum M, Löwen (BE); Art Sheffield; Centre Pompidou, Paris; Fig-2, ICA Studio, London und die Hayward Gallery, London. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in Ausstellungen in den KW Institute for Contemporary Art, Berlin; The Welcome Collection, London; Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz (AT); Rotterdam Film Festival, Rotterdam (NL); Museum of Contemporary Art Antwerp, Antwerpen (BE); ICA und Tate Modern, London gezeigt. Zurzeit arbeitet sie mit Foundation Press an einem neuen Buch, das im Sommer 2018 erscheinen wird.

Klasse Digitale Grafik, 502 Bad Gateway — Digitales Ausstellen

18.–22. Juni 2018
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Vom 18.–22. Juni 2018 bezieht die Klasse Digitale Grafik der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den Räumen von K, Quartier. Die Gruppe arbeitet an der Schnittstelle von Grafikdesign und digitaler Kultur und wird sowohl den physischen als auch den digitalen Raum von K, in ein Forum zum Experimentieren über Aspekte der digitalen Ausstellung verwandeln.

Eine Reihe von interdisziplinären Projekten dient in diesen Tagen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Fragen zu untersuchen: Welche Spannungen entstehen in physischen Ausstellungsräumen zwischen Kunstwerken im und über das Internet? Welche Formen der digitalen Repräsentation, Sammlung und Organisation manifestieren sich in zeitgenössischen Display-Strategien? Wie können einzelne Akteure digitale Infrastrukturen sichtbar machen und mit welchen aktuellen ökonomischen und sozialen Faktoren müssen sich KünstlerInnen, AusstellungsmacherInnen und Institutionen auseinandersetzen?

An jedem Tag der Workshop-Woche werden Gäste zu Tischgesprächen eingeladen, um über diese und weitere Fragestellungen zu diskutieren. Die Gespräche finden öffentlich statt. Parallel dazu wird die Website www.k-komma.de die Aktivitäten des Workshops als virtuelle Präsentation reflektieren und erweitern.

Gäste und Termine:
— 18. Juni 2018, 18 Uhr !Mediengruppe Bitnik (Künstlerkollektiv)
— 19. Juni 2018, 18 Uhr Tina Sauerländer (Kuratorin)
— 20. Juni 2018, 14 Uhr Studio Miessen, Markus Miessen & Zoë Ritts (Architekten und Autoren)
— 21. Juni 2018, 18 Uhr Lukas Eigler-Harding (Designer und Entwickler)

Michelle ‚Kleio‘ Elligott, Timely Aspects of Modern Display

Freitag, 15. Juni 2018, 18:30 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Rückblickend auf Rubriken rund um Ausstellungsdisplays reagiert K, nun auf die Geschichte und den Geist des „The Modern“, das renommierte Museum in New York. Die nächste Runde in unserem raffinierten Raum neben der „Roten Insel“ wird von der richtungsweisenden Forscherin Michelle ‚Kleio‘ Elligott bereichert, deren neuestes Werk sich mit dem universal gebildeten, autodidaktischen Museumsdirektor, Kurator und Ausstellungsdesigner René D’Harnoncourt (1901–1968) auseinandersetzt. Mit P. Krishna, der Konstanten von K,, reflektiert sie die sich entwickelnde Relation des Museums zu Ideen innovativer Installationen, Archivpraxis und wie sich die Vergangenheit in der Zukunft wiederfinden könnte.

Michelle ‚Kleio‘ Elligott ist Leiterin des Archivs, der Bibliothek und der Forschungssammlungen des Museum of Modern Art in New York. Zuletzt organisierte sie Devenir moderne als Teil der MoMA PS1-Ausstellung Etre moderne in der Fondation Louis Vuitton in Paris. Sie war Co-Leiterin des viel beachteten Web-Archiv-Projekts zur Ausstellungsgeschichte des Museums, Mitherausgeberin der ersten selbstveröffentlichten Geschichte der Institution Art in Our Time: A Chronicle of The Museum of Modern Art (2004) und co-kuratierte die MoMA PS1 Ausstellung 1969. Mit ihrer Serie „Modern Artifacts“ trägt sie regelmäßig zum Esopus-Magazin bei. Elligotts nächstes Buch, René d’Harnoncourt and the Art of Installation, erscheint im Herbst 2018.

Mick ‚K.‘ Wilson, Valand Academy Summer Course Intensive: Introduction to Art & Politics

Freitag, 8. Juni 2018, 9:00–18:00 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Berlin Intensive, mit Dave Beech, Emily Smith, Kjell Caminha, Mick ‚K.‘ Wilson, und P. Krishna

[K]uratorial Meet-up Berlin, Dialogues on art, curating, and politics

Mittwoch, 6. Juni 2018, 20:00–21:00 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Keynote—
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Defiance In/As Radical Love: Soliciting Friction Zones and Healing Spaces
Gefolgt von einem Gespräch mit Lauren Cornell und Niels Van Tomme

Bonaventure Soh Bejeng Ndikungs Keynote eröffnet einen zweitägigen Workshop und Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden des De Appel Curatorial Programme (Amsterdam), des Bard Center for Curatorial Studies (New York) und der Valand Academy (Göteborg) bei K, . Das Programm wird am 7. Juni 2018 mit Paul B. Preciado am Bard College Berlin fortgesetzt.

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung ist unabhängiger Kunstkurator und Biotechnologe. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter von SAVVY Contemporary Berlin und Chefredakteur des SAVVY Journal für kritische Texte zur zeitgenössischen afrikanischen Kunst. Derzeit ist er Gastprofessor für Kuratorische Studien an der Städelschule Frankfurt. Er war Curator-at-Large der documenta 14 und ist Gastkurator der Dak’Art Biennale 2018 in Senegal. Neuere kuratorische Projekte umfassen: We have Delivered Ourselves from the Tonal – of, with, towards, on Julius Eastman, SAVVY Contemporary, 2018; That, Around Which the Universe Revolves: On Rhythmanalysis of Memory, Times, Bodies in Space, SAVVY Contemporary, Hebbel am Ufer, Kampnagel, u.a., 2016–18; Every Time A Ear di Soun — a documenta 14 Radio Program, SAVVY Contemporary, 2017; The Conundrum of Imagination, Leopold Museum Wien / Wienerfestwochen, 2017; An Age of our Own Making in Holbæk, MCA Roskilde und Kunsthal Charlottenborg Kopenhagen, 2016–17; Unlearning the Given: Exercises in Demodernity and Decoloniality, SAVVY Contemporary, 2016.

Na Kim und Emily ‚Kae‘ Smith, Essential Non Sequiturs (Kith and Kin)

Samstag, 26. Mai 2018, 17 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Normalerweise werden Grafikdesign und Kuratieren als nicht verwandte Nodi kreativer Praxis betrachtet. Auf seiner kontinuierlichen Suche nach Klarheit fragt K,: Was wäre, würde man beide Nominative als einander näher liegend betrachten? Unsere nächste Veranstaltung nominiert die beiden nicht spezialisierten Naturtalente Na Kim und Emily ‚Kae‘ Smith, diese Nische zu novellieren. Im Gespräch mit P. Krishnamu, dem „Kerning King“ von K,, untersuchen sie, wie visuelle und konzeptionelle Strukturen unterschiedlicher Bereiche – ob Anthropologie, Bewegung, zeitbasierte Notation oder Regierungsbürokratie auf nächsthöherem Niveau – auf neuartige Ausstellungen über Grafikdesign angewendet werden können.

Na Kim lebt derzeit in Seoul und Berlin als Mitglied der Table Union. Sie war von 2009 bis 2011 für Konzept und Design des Magazins GRAPHIC verantwortlich und hat seit 2015 eine Reihe von Projekten initiiert, die auf ihrer Monographie SET basieren. Darüber hinaus war Kim Kuratorin für die Brno Biennale (CZ), das International Poster and Graphic Design Festival, Chaumont (FR) und die Typojanchi International Typography Biennale Seoul. Kims Arbeiten wurden international unter anderem im National Museum of Modern and Contemporary Art, Korea; Victoria and Albert Museum, London; Museum of Modern Art, New York; La Triennale di Milano (IT); Neue Sammlung, München ausgestellt.

Emily ‚Kae‘ Smith ist Pädagogin, Designerin und Forscherin, die sich auf die Schnittstellen von Grafikdesign, visueller Anthropologie und Choreografie konzentriert. Ihre Arbeit verwendet beobachtende, partizipatorische und konzeptuelle Ansätze, um Ausstellungen und narrative Praktiken neu zu denken. Sie hat an Institutionen wie dem ArtCenter College of Design, Pasadena (US); Maryland Institute College of Art, Baltimore (US); Bard College, Annandale-on-Hudson (US); Westfälische Wilhelms-Universität Münster (DE); Open Set, Rotterdam und am Domaine de Boisbuchet, Lessac (FR) Vorträge gehalten und unterrichtet. Derzeit ist Smith Professorin und Leiterin des Fachbereichs Communication Design an der Fakultät für Kunst und Design UE / BTK in Berlin.

Christopher Kulendran Thomas & Annika Kuhlmann, 
Concerning A Two-Faced Keynote

Freitag, 6. April 2018, 18:30 Uhr
Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Unsere dritte Manifestation markiert eine milde Migration zur Mischung von Marx und Markt. Seit 2016 entwickeln Künstler Christopher Kulendran Thomas und Kuratorin Annika Kuhlmann zusammen New Eelam – ein Modell für mobile Staatsbürgerschaft, maskiert als ein Start-up-Unternehmen (bzw. umgekehrt). Während einer kurzen Kür bei K, überarbeiten die beiden mit Keynote-Kenner P. Krishnamurt ihr „Pitch Deck“ – eine mehrseitige Präsentation, die die Komplexität des Projektes sowohl in kulturellen als auch in Unternehmenskontexten kommunizieren kann. An diesem Abend kann öffentliche Kritik am aktuellen „Deck“ kultiviert werden.

Christopher Kulendran Thomas ist ein Künstler, dessen Arbeiten die strukturellen Prozesse manipulieren, mit denen Kunst Wirklichkeit produziert. Seine Arbeiten wurden im Rahmen der 7. Bi-City Biennale in Shenzhen (2017), der 11. Gwangju Biennale (2016), der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (2016) und des 3. Dhaka Art Summit (2016) sowie in Einzel- und Gruppenausstellungen im de Young Museum, San Francisco (2018), Museum of Contemporary Art Chicago (2018), Tensta konsthall, Stockholm (2017), New Galerie, Paris (2017), Museum of Modern Art in Warschau (2016), Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (2017), Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (2015) und Tate Liverpool (2013) präsentiert.

Annika Kuhlmann ist Kuratorin, die überwiegend in langfristigen Kooperationen arbeitet. Als Kreativdirektorin des Kunst-geführten Technologieunternehmens New Eelam arbeitet sie zusammen mit dem Künstler Christopher Kulendran Thomas an institutionellen Präsentationen weltweit. Sie hat Ausstellungen im Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg, in der New Galerie, Paris und dem BFI Miami kuratiert. Mit der Kuratorin Anna Frost gründete sie das kuratorische Projekt planes.sx und als Gründerin von Brace Brace stellte sie im Museum of Modern Art in Warschau, Auto Italia in London, dem KM Temporär in Berlin und dem Magazin DIS aus. Zurzeit arbeitet sie mit Tino Sehgal an einer Ausstellung als Teil des Programmes „Immersion“ im Gropius Bau, Berlin.

Emily King, Learning from Liverpool

  1. März 2018, 18:30 Uhr
    Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg

Das lebendige Jahresprogramm von K, folgt einem logischen Leitfaden. Autorin und Kuratorin Emily King aus London leistet uns Gesellschaft, im Gespräch mit P. Krishnamurth. Im November letzten Jahres launchten King, Krishnamurth und Joasia Krysia Design & Empire [working title] mit der Liverpool Biennale und der Liverpool John Moores University. Diese explorative, dreitägige Veranstaltung lancierte die Lokalisierung von historischen und zeitgenössischen Links zwischen Design und Machtstrukturen. Auf der Suche nach lang anhaltenden lehrreichen Ergebnissen aus Liverpool werden King & Krishnamurth bei K, Beiträge der Konferenz sammeln, um das potentielle Vermächtnis und langfristige Leistungsvermögen des Projekts unter die Lupe zu nehmen.

Emily King ist eine in London lebende Kuratorin, Autorin und Designhistorikerin. Sie hat mehrere große Ausstellungen organisiert, darunter eine Retrospektive von Alan Fletcher für das London Design Museum und eine Wanderausstellung von Richard Hollis im Centre Pompidou, Paris und Artists Space, New York. Sie hat Monographien über DesignerInnen wie M/M (Paris) und Robert Brownjohn herausgegeben. Neben Beiträgen zu einer Reihe von Magazinen wie Apartamento und Fantastic Man hat sie The Gentlewoman und frieze publiziert.

Jeremy ‚Kai‘ Aynsley, A Kindred Juxtaposition

Eröffnungsprogramm:
Jeremy ‚Kai‘ Aynsley und P. Krishnamurthy im Gespräch über deutsche Grafik der Nachkriegszeit und ihre ideologischen Folgen
Samstag, 3. Februar 2018, 16–17 Uhr

Im Vorfeld der Eröffnung findet als erste Veranstaltung ein Gespräch zwischen dem Kunsthistoriker und Professor Jeremy ‚Kai‘ Aynsley und dem Kurator von K, – P. Krishnamurthy – über die ideologischen Spannungen und Verbindungen des Nachkriegsdesigns in Ost- und Westdeutschland statt. Anhand der Arbeiten von Klaus Wittkugel richtet die Diskussion den Blick in die Vergangenheit, um eine Deutung der Zukunft zu wagen – womit die Bühne für das kommende Jahr eröffnet wird.

Jeremy ‚Kai‘ Aynsley ist Professor für Designgeschichte an der University of Brighton (GB), wo er das Centre for Design History leitet. Gegenwärtig ist er sowohl Vorsitzender der Design History Society als auch Mitglied der Chefredaktion des Journal of Design History (OUP). Aynsleys Forschung, seine Schriften und kuratorischen Projekte widmen sich vornehmlich dem Modernismus und dem Design des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Publikationen zählen Graphic Design in Germany, 1890–1945 (2000) und Designing Modern Germany (2008). Aynsley kuratierte die Ausstellung Julius Klinger: Posters for a Modern Age an der Wolfsonian-FIU, Miami Beach (US), die bis April 2018 zu sehen ist. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf Grafikdesign in Ost- und Westdeutschland der 1950er und 60er Jahre.

Klaus Wittkugel, Wiederspiegelung, Konstruktion

Eröffnung: 

Samstag, 3. Februar 2018, 17–19 Uhr

Wir beginnen unser „Wanderjahr“ mit Klaus Wittkugel – einem kuriosen und kontroversen Künstler der Nachkriegsmoderne, der eine nähere Betrachtung verdient. Als einer der wichtigsten Grafiker, Ausstellungsmacher und Lehrer in der ehemaligen DDR hat Wittkugel (1910–85) mehrere Generationen von „Arbeitern und Bauern“ mit sozialistischen Botschaften geprägt. Seine Spuren sind noch heute in Berlin sichtbar, wie zum Beispiel an den Schildersystemen am Kino International und Café Moskau in der Karl-Marx-Allee oder im Erscheinungsbild des ehemaligen Palastes der Republik. Der Untertitel seiner 1979 erschienenen, umfassenden Monografie Fotografie, Gebrauchsgrafik, Plakat, Ausstellung, Zeichen weist auf die Bandbreite seines grafischen Schaffens hin. In zahlreichen Arbeiten für offizielle Auftraggeber der DDR hat Wittkugel seine individuelle Ästhetik selbstreflexiver Fotografie und typografischer Konstruktion eingebettet. Sein Werk lädt dazu ein, Fragen zur Spannung von Persönlichem und Politik im Designbereich zu stellen und andere Themen aufzuwerfen.

Die Präsentation Klaus Wittkugel, Wiederspiegelung, Konstruktion enthält sowohl Originalfotografien der 1930er Jahre als auch Plakate, Buchumschläge und gedruckte Arbeiten der 1950er bis 70er Jahre. Zudem wird eine zeitgenössische Diaschau, die Wittkugels Ausstellungsgestaltung und architekturbezogene Grafikansätze vorstellt, präsentiert. Die wechselnde Auswahl soll sein Werk für alle Interessierten aus Öffentlichkeit und Forschung zugänglich machen. Wittkugels arbeiten verbleiben die bis Anfang Mai in den Räumlichkeiten von K, zeitgleich werden weitere KuratorInnen, KünstlerInnen und Kreative auf Einladung vielfältige Arbeiten ergänzen.

Mit Dank an die Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlung; Steffen Tschesno, Berlin.

Knoth & Renner, A website is never ready

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A website is never ready (Eine Website ist niemals fertig). Sie unterliegt einem ständigen Wandel, ist Resonanzkörper des technischen Status Quo und eine lebende Projektion der Autoren. Endloses Scrollen, abhängig von der individuellen Tagesform. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der visuellen Kultur, in denen Erscheinungsformen festgelegt werden und visuelle Entscheidungen deutlich sind, gibt es online nur eine temporäre Autorenschaft – bis zum nächsten Update. Der Wunsch nach offensichtlichen Entscheidungen trifft systemrelevante Faktoren und offenbart sich als unüberschaubares Potpourri von Möglichkeiten. Analog zum physikalischen Modell des Doppelpendels ist die Entwicklung einer Website ein chaotischer Prozess – ein stetiges Ausgleichen scheinbar unbegrenzter Möglichkeiten.

Mit Sitz zwischen Berlin und Leipzig, arbeiten Knoth & Renner seit 2011 mit Schwerpunkt auf Projekten für Kunst-, Architektur- und Wissenschaftseinrichtungen. Basierend auf einer tiefen Wertschätzung für digitale Kultur und Technologie umfasst das interdisziplinäre Portfolio des Studios Websites, Publikationen, Ausstellungsgrafiken, visuelle Identitäten und Apps.

Christoph Knoth ist seit 2017 Professor für Digitale Grafik an der HFBK Hamburg im Studienschwerpunkt Grafik / Typografie / Fotografie. Im Jahr 2012 war er Designresearcher an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht mit seinem Projekt Computed Type. Im Wintersemester 2015/16 war Christoph Knoth Gastprofessor für Informationsdesign an der Burg Halle. 2016 lehrte er gemeinsam mit Konrad Renner als Gastwissenschaftler für Typografie an der Bauhaus-Universität in Weimar, wo sie das Projekt Digital Typography starteten. Von 2015–2017 war er Stipendiat an der Akademie Schloss Solitude.

Konrad Renner ist seit 2017 Professor für Digitale Grafik an der HFBK Hamburg im Studienschwerpunkt Grafik / Typografie / Fotografie. Von 2012–2015 unterrichtete er drei Jahre als künstlerischer Mitarbeiter im Masterstudiengang Editorial Design an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, und war Lehrbeauftragter in der Klasse Fons Hickmann an der Universität der Künste in Berlin. 2016 lehrte er gemeinsam mit Christoph Knoth als Gastwissenschaftler für Typografie an der Bauhaus-Universität in Weimar, wo sie das Projekt Digital Typography starteten.

Tobias Kilz-Weisenburger, Unser Architekt aus Leipzig

Email, 16.12.2017

Hi Prem and Sina,

i hope you are doing fine.
I attached a couple of drawings showing different solutions for the presentation wall.
Also there is drawing showing the overall solution (plus a couple of rough suggestions …)

best regards,
Tobias

KW, Institute for Contemporary Art

Die KW Institute for Contemporary Art widmen sich durch die Produktion, Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst zentralen Fragen unserer Gegenwart. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren haben sich die KW als Institution und lebendiger Ort für progressive künstlerische Praktiken in der Berliner und internationalen Kunstszene etabliert. Mittels Ausstellungen und unterschiedlichster Veranstaltungsformate greifen die KW stets aktuelle Tendenzen aus dem nationalen und internationalen zeitgenössischen Kunst- und Kulturdiskurs auf und entwickeln diese in Zusammenarbeit mit KünstlerInnen, mit Institutionen sowie durch Auftragsarbeiten aktiv weiter. Die KW besitzen keine eigene Sammlung, was dem Team der KW ein hohes Maß an Flexibilität in der Programmgestaltung und Publikumsansprache ermöglicht.

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Impressum für
K, A Year with P. Krishnamurthy

Direktor: Krist Gruijthuijsen
Kurator: P. Krishnamurthy
Projektassistenz: Judith Gärtner
Assistenzkuratorin und Projektmanagement: Cathrin Mayer
Projekt-Website: Christoph Knoth, Konrad Renner
Produktionsleitung: Claire Spilker
Technische Leitung: Wilken Schade

18.01.2018

K, A Year with P. Krishnamurthy

Die KW Institute for Contemporary Art freuen sich, K, zu eröffnen – eine Ausstellungswerkstatt, die von dem Designer, Kurator, Autor und Dozent P. Krishnamurthy initiiert wurde. Als Teil des Residency-Formats A Year with … bildet K, einen Raum für Produktion, Präsentation und potenzielle Pädagogik. Das Projekt stellt sowohl die Weiterentwicklung als auch Umkehrung von Krishnamurthys P! dar, den er von 2012–17 als Ausstellungsraum, Galerie und „Mom-and-Pop-Kunsthalle“ in New York unterhielt. Wie Krishnamurthy schon in anderem Zusammenhang formulierte, soll dieser neue Ort

eine präzise Position propagieren: Kuration, Design und andere künstlerische Bestrebungen unserer Zeit müssen die Perfektion des planmäßigen Produkts pflichtgemäß ablehnen. Vielmehr sollten sie den kreativen Prozess als solchen darstellen, mit all der Pluralität positiver Ergebnisse und punktueller Pannen [1],

die möglicherweise

sogar alltägliche Dinge „bumpier“ [holpriger] machen [2]

– oder irgendeine kakofonische, kryptische, konfuse Kaka dieser Art.

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Als Ausstellungsmacher und Grafikdesigner spielt Krishnamurthy mit einer Reihe von Konzepten wie Identität und ihrer Konstruktion, typografischen Mikronarrativen, selbstreferentiellen Präsentationsweisen, geordneten Kurationsstrategien, institutionellen Modellen, sowie dem Verhältnis von Design zu historischen und heutigen Machtstrukturen. K, steht sowohl für eine Bestandsaufnahme als auch für einen Neuanfang: Die Werkstatt ermöglicht die Reflexion bestehender Modelle interdisziplinärer Praxis. 2018 wird K, Standort einer kontinuierlichen Residency und Ausstellung sein. Als Teil des Programms lädt K, KünstlerInnen, KuratorInnen, DesignerInnen und weitere Personen zur Teilnahme ein, deren Namen (beziehungsweise Pseudonyme oder KünstlerInnennamen) mit dem Buchstaben „K“ beginnen, um die aktuelle Präsentation im Dialog mit Krishnamurthy zu transformieren. K, wird zudem mit Kunsthochschulen und anderen Bildungseinrichtungen kooperieren, um Ideen und Konzepte vor Ort zu erproben. Mit diesen Aktivitäten wird das Programm innerhalb eines begrenzten (Zeit-)Raums Denk- und Schaffensprozesse sichtbar machen.

Das einjährige Programm eröffnet im Februar 2018 mit einer Präsentation der Arbeiten des ostdeutschen Grafikdesigners und Ausstellungsmachers Klaus Wittkugel (1910–85). Wittkugel, seinerzeit eine führende Persönlichkeit im Bereich Gestaltung, vermittelte im Dienste der ehemaligen DDR mit seinen Plakaten, Bucheinbänden und Propagandaausstellungen sozialistisches Gedankengut. Seine Methodik verband modernistische Abstraktion und selbstreflexive Fotomontagen, wobei er die formalen Mittel dem jeweiligen Auftrag anpasste. Wittkugel war zudem ein einflussreicher Professor für Grafikdesign und lehrte über vierzig Jahre an der damaligen Kunstakademie Berlin-Weissensee. Die Präsentation bei K, umfasst Druckerzeugnisse, Fotografien und dreidimensionale Designs in einer assoziativen Installation, die aus einer intensiven Recherche Krishnamurthys zu Wittkugel und aus dessen Ausstellung im Jahr 2016 bei P! hervorgegangen sind. Sie versucht, die Werkgruppe mit ihren impliziten Fragen zur Rolle politischer Ideologie im Kontext von Design für eine kritische, zeitgenössische Betrachtung und künftige Forschung zugänglich zu machen. Als bedeutende, kontroverse und multidisziplinäre Persönlichkeit, deren Werk noch immer nicht die ihr gebührende Anerkennung erfahren hat, repräsentiert Wittkugel einen Ansatz, der Fragen rund um Abstraktion, Typografie, politische Sprache und historische Narrativen untersucht.

Kainotophophia: Angst vor Veränderung, Widerstand aus Angst

Nach dem kalten Wetter mit kommunistischer Kunst von Klaus Wittkugel kraxelt K, auf seinem scheinbar chaotischen, doch kühn kalibrierten Kurs aufwärts. Das Kalenderjahr 2018 kombiniert kreative Köpfe mit kontrastreichen Konzepten des Ausstellungsmachens. Statt sämtliche KomplizInnen von Anfang an anzukünden, komponiert das Programm gleichsam die künstlerischen Konstellationen und katalysiert mit der Zeit einen Kreislauf steigender Kontrollversuche. Mit klaren und eher kunterbunten Additionen, Subtraktionen und Vervielfältigungen von Kunstwerken, Objekten, Ideen und Displays kumuliert die Präsentation stetig. Und so konstruiert K, sich selbst – ein mit einem Komma verknüpftes Zeichen nach dem kommenden.

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[1] Prem Krishnamurthy mit Stella Bottai: Ausstellungstext und Publikation für P!CKER in der Stanley Picker Gallery, Kingston University London, September 2017
[2] Prem Krishnamurthy, P!DF (O-R-G: New York, 2017)

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IMPRESSUM
Kurator: P. Krishnamurthy
Assistenzkuratorin: Judith Gärtner